Dienstag, 17. Juli 2018

039 Mouraria (Lisboa)






















Ich wohne hier inmitten der Mouraria. Die Gasse ist so eng, dass sich die auf beiden Seiten hängenden Wäschestücke beinahe berühren. Und die Linie 28, das kleine Straßenbähnchen, rumpelt mir fast durchs Zimmer. Die Stimmen von Kindern hüpfen auf den Pflastersteinen umher und sind nicht einzufangen. Im Himmel das flüchtige Piepsen unzähliger Schwalben, schnellflügelnd. Vor dem Waschsalon sitzt einer auf einem ausgedienten Sessel, den er auf den Gehweg gestellt hat. Die Girlanden von den Balkonen glauben noch an einen Titel bei der Fußballweltmeisterschaft. Eine alte Frau schreit krähern, als würde sie jeden Tag Zigarren rauchen. Und eine Trompete aus einem Fenster klingt den Sonntagmorgen mit einer blauen Melodie ein. Oder träume ich?

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