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Samstag, 7. November 2026

084 Was mir im Nuevo Café Barbieri so einfällt

                    

Was mir im Nuevo Café Barbieri im Barrio Lavapies, Madrid, neben meinem doppelten Espresso so einfällt:

dass die Kioske hier wie aufgeklappte Schneckenhäuser wirken,

dass es besonders dort überall Kinderflamenco- Röckchen zu kaufen gibt,

dass der Schuhputzerkönig aus Mexiko seinen Stand auf der Gran Via direkt neben einem Turnschuh-Supermarkt aufgebaut hat,

dass eine Fußgängerzonen- Geldeinsammlerin mit ihrem Pappbecher und zwei dünnen Münzen darin so klappert, als würde sie den Soundtrack von Pferdehufen für den nächsten Western damit abliefern wollen,

dass die berühmten Warteschlangen von Madrid weiterhin existieren und zwar vor einer kleinen Loteria, als gäbe es dort das große Glück geschenkt,

dass ich die Churros in die heiße Scholade tauche, bevor sie in meinem Mund verschwinden,

dass ich mir heute offene Patatas fritas gekauft habe, um sie auf dem Plaza Cascorro in der Sonne auf einer Holzbank sitzend maßlos in mich hinein zu futtern - mich freuend wie ein verjährtes Kind, dass ich im Licht von Madrid vergeblich meinen Schatten suche, 

dass es hier in jedem Carrefour-Markt Manchego- Käse zu kaufen gibt,

dass sich die Uhr im Café aus der Zeit geschlichen hat,

dass es in eben diesem Café so viele stummgewordene Spiegel gibt, dass ich mich, wenn ich mich genauer betrachte, nicht etwa besser sehen, sondern mich  einfach nur besser verlieren kann,

so dass ich mich beim Geschmack des bestellten Gesundheitskuchens an den Küchentisch meiner Oma zurückversetzt fühle in irgendeinen Samstagnachmittag der frühen Jahre hinein.

Das Ganze hier hat keine Pointe, sondern es ist eine Aufzählung, es hat auch keinen tieferen Sinn außer den der Melancholie und den der Verwirrung.


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