Ich sitze in der Brasserie Contemporaine Louise, betrachte durch das riesige Fenster blaue Rauchwolken, die jemand vor sich hin bläst, dahinter Baumblättergrün. Von den Marktschirmen draußen läuft das Wasser herunter.
Wie lange doch jemand wie ich vor einer Tasse halbleeren Kaffees verweilen kann, um dem Regen zu entgehen... Immerhin sind durch die Scheiben farbenfrohe Prozessionen bunter Regenschirme zu sehen, darunter Köpfe versteckt. Ich höre mir das musikalische Hintergrund- Geträller im Raum an, das die Luft verschmutzt, ein Stilbruch in diesem Kaffeehaus. Bälle von Licht unter einem von Stuck eingefassten, aufgemalten Himmel an der Decke, immerhin in Azur mit weißen Wolken darauf, während der echte Himmel draußen nur nichtssagendes Weiß anzubieten hat.
Und selbst wenn ich heute nur nach Strasbourg gekommen bin, um einem Nichts zu entkommen und um dem Regenwetter zu entfliehen: Manchmal genügt es im Leben, vor einem blauen Tisch zu sitzen mit einem letzten Tropfen erkalteten Kaffees vor mir und einem Spekulatius- Plätzchen mitten im Frühling.
